Farbenpracht trotz Sommerlaunen. Geranien blühen bei fast jedem Wetter

Geranien sind robust. Sie meistern auch launische Sommer. Lesen Sie, warum Geranien so widerstandsfähig sind und wie man sie bei extremen Wetterlagen optimal unterstützt.

Ob brütende Hitze, wochenlanger Regen oder längere Trockenphasen – der Sommer zeigt sich nicht immer von seiner freundlichen Seite. Für viele blühende Balkon- und Gartenpflanzen ist das eine echte Belastung. Nicht so für Geranien: Die beliebten Klassiker gelten als echte Überlebenskünstler, robust genug, um auch die launischen Sommer in Europa zu meistern. Die Experten von Pelargonium for Europe (PfE) erklären, warum Geranien so widerstandsfähig sind und wie man sie bei extremen Wetterlagen optimal unterstützt.

Robust dank südafrikanischer Wurzeln

Die Wildformen der heutigen Geranien stammen aus Südafrika, wo große Temperaturunterschiede, starke Sonneneinstrahlung und unregelmäßige Niederschläge an der Tagesordnung sind. Dort haben die Pflanzen gelernt, sich an wechselhafte Bedingungen anzupassen. Moderne Züchtungen haben diese Robustheit bewahrt – und sie mit noch üppigerer Blütenfülle kombiniert. So verbinden Geranien heute Schönheit mit Widerstandskraft und sind damit wie geschaffen für die Kapriolen des europäischen Sommers.

Blütenfreude auch ohne Dauersonne

Geranien sind Sonnenanbeter. Je mehr Licht sie bekommen, desto üppiger fällt ihre Blüte aus. Auf einem Südbalkon in voller Sonne zeigen sie ihre ganze Farbenpracht. Doch auch mit Halbschatten kommen die farbenfrohen Klassiker zurecht, lediglich vollschattige Nordlagen sind nicht geeignet. Selbst Sommer mit wenig Sonnenschein nehmen sie gelassen hin. Die Blütenfülle ist dann zwar etwas bescheidener, doch ganz ohne Farbe bleibt man nicht.

Ein weißer Kasten mit rosafarbenen und weißen Geranien steht auf einem Geländer

Üppig blühend durch die Hitze

Dass Geranien Wärme lieben, ist ein Glücksfall, denn heiße Sommerperioden nehmen seit Jahren zu. Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius hat sich in Deutschland seit den 1950er Jahren verdreifacht – Tendenz steigend. Zwischen 1980 und 1989 lag der Durchschnitt noch bei 3,9 Tagen, seit 2020 sind es bereits 11,4. Besonders in Städten verschärft sich die Situation: Betonfassaden und asphaltierte Flächen speichern die Wärme, so dass es selbst nachts kaum abkühlt.

Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen, häufen sich. Im Gegensatz zu vielen anderen Sommerblumen, die unter hohen Temperaturen leiden, überstehen Geranien auch große Hitze ohne Probleme. Damit sie in Hitzephasen weiterhin ihre volle Blütenpracht zeigen, benötigen sie ausreichend Wasser. An besonders heißen Tagen kann es sinnvoll sein, sie morgens und abends zu gießen.

Für alle, denen das zu aufwändig ist, sind Wasserspeicherkästen oder automatische Gießsysteme eine gute Wahl. Auch hochwertige Erde zahlt sich aus. Sie kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser speichern und bleibt dennoch strukturstabil. Das heißt, sie sackt nicht zusammen, sondern bleibt locker und luftdurchlässig. So gelangen die Wurzeln weiterhin an Sauerstoff, während gleichzeitig genug Feuchtigkeit für heiße Tage gespeichert wird.

Gut gewappnet gegen Trockenheit

Geranien gehören zu den wenigen Sommerblumen, die auch mit Trockenheit erstaunlich gut umgehen können. Ihre fleischigen Blätter wirken wie kleine Wasserspeicher, sodass sie mehrere heiße Tage ohne Regen oder Gießkanne problemlos überstehen. Das macht sie zu idealen Pflanzen für alle, die nicht jeden Tag zum Gießen kommen oder gerne einmal ein verlängertes Wochenende verreisen. Besonders in Pflanzkästen und Kübeln zeigt sich dieser Vorteil, denn dort trocknet die Erde schneller aus als im Beet.

Ganz ohne Wasser geht es allerdings nicht: Zieht sich die Trockenheit über viele Wochen hin, stoßen auch Geranien an ihre Grenzen. Um die Blühkraft zu erhalten, ist regelmäßiges Gießen wichtig. Praktisch ist, dass sie sich von kurzfristigem Wassermangel schnell erholen – selbst nach einer kleinen „Durststrecke“ treiben sie wieder kräftig aus und setzen neue Blüten an.

Unverwüstlich bei Dauerregen

Langanhaltende Niederschläge setzen vielen Sommerblumen zu. Auch Geranien mögen kein Regenwetter, zeigen sich jedoch vergleichsweise robust. Bei tagelangem Dauerregen ist ein geschützter Platz unter einem Dach oder nahe der Hauswand von Vorteil. Doch auch ohne diesen erleiden sie meist keinen bleibenden Schaden, solange überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Wichtig sind Pflanzgefäße mit Abzugslöchern, eine lockere Drainageschicht und strukturstabile Erde. Untersetzer oder Übertöpfe sollten entfernt werden, damit sich kein Wasser staut. Nach intensiven Regenfällen empfiehlt es sich, durchnässte Blüten zu entfernen und die Pflanzen mit einer Extraportion Dünger zu kräftigen. Meist genügen schon wenige Sonnentage, damit Geranien wieder in voller Blüte erstrahlen. Tipp: Einfach blühende Geranien sind unempfindlicher gegen Regen als gefüllt blühende.

Standfest bei Wind

Stürmische Tage können Balkonpflanzen stark zusetzen. Geranien zählen zwar nicht zu den empfindlichsten Arten, doch heftiger Wind kann lange Triebe abbrechen oder Blüten beschädigen. Das gilt besonders für die prachtvollen Edelgeranien und andere stehende Sorten mit gefüllten Blüten. Am besten gedeihen diese deshalb an windgeschützten Standorten, etwa nah an der Hauswand oder hinter einer Balkonbrüstung. In besonders zugigen Lagen empfiehlt es sich, hängende Sorten in stabile Kästen zu pflanzen und hochwachsende Geranien regelmäßig auszuputzen oder zu stutzen, damit sie kompakt bleiben. So behalten sie selbst nach windigen Tagen ihr gepflegtes Aussehen und blühen unermüdlich weiter.