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Gärtnern im Klimawandel: Wie Geranien für ungetrübte Pflanzenfreude sorgen

Robuste Pflanzen, denen extreme Hitze und Trockenheit nichts anhaben können, werden in unseren Breitengraden eine immer größere Rolle spielen, da sind sich die Experten von Pelargonium for Europe sicher. Der Klimawandel verändert die Art und Weise, wie wir gärtnern. Und steigende Temperaturen und häufigere Wetterextreme beeinflussen, was in Gärten oder auf Terrassen und Balkonen wächst.

Geranien sind dafür bekannt, in heißen, trockenen Sommern bestens zu gedeihen. Kein Außenbereich im mediterranen Stil kommt ohne sie aus. Weil Gartenfreunde nach Pflanzen suchen, die zuverlässig wachsen und selbst in Sommern mit ungünstigen Wachstumsbedingungen eine Menge Blüten tragen, werden Geranien immer beliebter.

Doch wie wirkt sich die globale Erwärmung konkret aus? Was werden wir pflanzen, wenn Wetterextreme zunehmen? Pelargonium for Europe hat Forschungsergebnisse ausgewertet, um Antworten auf diese Fragen zu finden.

Immer mehr trockene Sommer

Vor einigen Jahren veröffentlichte die britische Royal Horticultural Society (RHS), die „Königliche Gartenbaugesellschaft“, einen Bericht mit dem Titel „Gärtnern im Klimawandel“. Zu den wichtigsten Prognosen gehörte, dass Trockenperioden in den Sommermonaten zunehmen werden. Der Bericht sagt voraus, dass wärmere Frühlinge und Herbste die Vegetationsperiode verlängern werden. Deshalb werden einige Arten früher blühen. Für andere wird ein späterer Blattfall prognostiziert. In Deutschland sind die Vorhersagen bereits Realität.

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Geranien stammen aus Südafrika. Aufgrund ihrer Herkunft können sie extreme Hitze und Trockenheit überstehen. Gleichzeitig sind die Pflanzen für ihre lange Blütezeit bekannt. Wenn sich bewahrheitet, dass die Winter milder werden, werden Geranien noch länger in den Herbst hinein blühen. Und damit auch dann noch, wenn andere Beet- und Balkonpflanzen schon längst verblüht sind.

Mildere Winter erhöhen aber auch die Nachfrage nach Pflanzen, denen Schädlinge und Krankheiten nicht so leicht etwas anhaben können. Weil oft erst längere Frostperioden Schädlingen den Garaus machen, kann es gut sein, dass milde Winter zu mehr Schädlingsdruck führen.

Schwerer Stand für Schädlinge

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Zum Glück gehören Geranien zu den besonders robusten Pflanzen in Bezug auf Krankheits- und Schädlingsbefall. Schnecken gelten als schlimmste Plage. Ihre Population wächst insbesondere in milden, feuchten Wintern. Geranien besitzen eine hervorragende Schneckenresistenz, weil die Plagegeister die stabilen Stängel und die dickfleischigen Blätter der Pflanzen gar nicht mögen. Die Geranien lassen sie meist links liegen – und machen sich stattdessen über andere Pflanzen her.

Der RHS-Bericht hebt außerdem hervor, dass die Klimaerwärmung nicht nur die Ausbreitung bestehender Schädlinge und Krankheiten begünstigt, sondern auch die Etablierung neuer fördert. Auch in dieser Hinsicht müssen sich Geranienfreunde wenig Sorgen machen.

Ein gelegentlicher Befall mit saugenden Insekten wie zum Beispiel mit der Weißen Fliege kann leicht mit biologischen Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Das Risiko von Krankheiten wie Grauschimmel reduziert man durch eine gute Luftzirkulation. Die stellt man sicher, indem man die Pflanzen weniger dicht aneinander pflanzt.

Wachstum trotz Klimawandel

Wie können wir sicher sein, dass sich unser Klima hin zu heißem, trockenem Wetter verschiebt, das hitze- und trockenheitsliebenden Pflanzen entgegenkommt? Wenn es um die globale Erwärmung geht, sprechen die Fakten für sich. Laut den Nationalen Zentren für Umweltinformationen (sie gehören zur Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA und überwachen die globalen Durchschnittstemperaturen), begann der Trend zur Erwärmung Mitte der 1970er Jahre. Er hat sich seitdem beschleunigt. Die weltweit wärmsten Jahre fanden alle seit 1998 statt. Die wärmsten zehn Jahre waren 2016, 2019, 2015, 2017, 2018, 2014, 2010, 2013, 2005 (gleichauf) und 1998. Die NASA bestätigt, dass 2016 das wärmste Jahr seit dem Beginn der Aufzeichnungen war. Die sechs wärmsten Jahre fanden seit 2014 statt. Die meisten Jahre, die wärmer waren als zu erwarten, liegen innerhalb der letzten 40 Jahre.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten auswirkt. Gärtner werden oft als „Wächter der Erde“ betrachtet. Kultivieren sie trockenheits- und hitzetolerante Pflanzen wie Geranien, werden unsere Gärten noch lange in voller Blüte stehen.

Die zehn besten Tipps für tolle Geranien bei jedem Wetter

1. Klassische Outdoor-Geranien fangen schon im Mai zu blühen an. Sie sollten erst nach den letzten Frösten ins Freie, denn sie sind frostempfindlich.

2. Die Pflanzen sollten gut entwickelt sein, wenn sie in den Garten oder den Balkonkasten gepflanzt werden. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 20 Zentimeter betragen.

3. Geranien sind Sonnenanbeter (obwohl sie auch mit Halbschatten zurechtkommen). Pflanzen Sie sie an einen Standort, an dem sie volle Mittagssonne abbekommen.

4. Um zu vermeiden, dass die Pflanzen einseitig in Richtung Sonne wachsen und dafür zu sorgen, dass sie sich gleichmäßig entwickeln, kann / sollte man die Pflanzkübel jede Woche um eine Vierteldrehung weiterdrehen.

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5. Besonders an heißen Tagen müssen Geranien regelmäßig und reichlich gegossen werden, am besten mit Regenwasser.

6. Am besten frühmorgens oder kurz vor der Abenddämmerung gießen, wenn die Temperaturen kühler sind. Dann können die Wurzeln die Feuchtigkeit besser aufnehmen. Das Wasser direkt auf die Blumenerde und nicht über das Laub gießen.

7. Geranien in Kübeln können sehr dichtes Blattwerk entwickeln, das verhindert, dass Regenwasser die Wurzelzone erreicht. Kontrollieren Sie regelmäßig die Erde, um sicherzugehen, dass sie nicht ausgetrocknet ist – auch bei nasser Witterung.

8. Geranien blühen üppig. Aber nur wenn man sie mit Langzeitdünger versorgt oder sie in der Wachstumsperiode mindestens alle zwei Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger düngt, entwickeln sie immer wieder neue Blüten.

9. Regelmäßiges Entfernen der abgeblühten Blütenstängel sorgt dafür, dass die Pflanzen ihre ganze Energie in die Bildung neuer Blüten stecken.

10. Obwohl Geranien bis weit in den Herbst hinein blühen, sind sie nicht frosthart. Deshalb sollte man die Pflanzen zum Überwintern an einen hellen, frostfreien Ort bringen, bevor es Minusgrade gibt.

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