Geranien sind ideal für kleine Gärtnerhände: robust, farbenfroh und pflegeleicht. Hier erfährst du, wie ihr gemeinsam pflanzt, gießt und bastelt und warum das mehr ist als ein Zeitvertreib. Perfekt für Eltern oder Großeltern, die mit ihren Kindern oder Enkeln draußen aktiv werden und Gartenliebe pflanzen möchten.
Kinder beim Gärtnern? Klingt erst einmal nach Chaos. Ist aber oft genau das Gegenteil: ein ruhiger Einstieg ins Verstehen von Natur. Hände in der Erde, Blätter, die wachsen, und irgendwann Blüten. Wer das einmal gemeinsam erlebt hat, weiß, wie stolz Kinder auf „ihre“ Pflanze sein können.
Dafür braucht es keine Beete und keinen Schrebergarten. Erst recht kein Gewächshaus. Nicht mal Gartengeräte oder Werkzeuge, abgesehen von einer Gießkanne und einer kleinen Schaufel. Ein Topf auf dem Balkon, der Terrasse oder sogar ein sonniges Fensterbrett reicht völlig aus. Entscheidend ist eher die Pflanze: eine, die es nicht gleich krumm nimmt, wenn beim Gießen mal etwas schiefgeht. Geranien sind deshalb für Kinder besonders gut geeignet. Die Aussaat oder das Pflanzen von Setzlingen für die Ernte von Gemüse kann später in einem anderen Gartenprojekt dazukommen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Geranien ideal zum Gärtnern mit Kindern sind
- Schritt für Schritt: So pflanzt ihr eine Geranie
- Kleiner Topf, große Wirkung – nachhaltig Gärtnern
- Geranien richtig pflegen kinderleicht erklärt
- Geranien & Co: Pflanzen, die auch schmecken
- Bastelidee: Vasen, die richtig was hermachen
- In Kürze: Fragen zum Gärtnern mit Kindern
💪 Warum Geranien ideal zum Gärtnern mit Kindern sind
Geranien sind treue Gartenkomplizen: Sie sind robust, wachsen zügig und blühen zuverlässig. Sie verzeihen kleine Pflegefehler, kommen mit Hitze und Regen klar und sehen schnell nach „Erfolg“ aus. Genau das motiviert Kinder, Erfahrung zu sammeln.
Ein weiterer Pluspunkt: die Vielfalt. Von Rot über Rosa bis Weiß oder mehrfarbig – jedes Kind kann sich seine Lieblingsfarbe aussuchen. Das steigert die Bindung enorm. „Meine Pflanze“ ist etwas anderes als „die da draußen“.
🧓 Geranien – Pflanzen mit Geschichte
Die Geranie ist keine Modepflanze. Sie gehört seit Jahrzehnten zum Sommerbild auf Balkonen in ganz Europa. Viele kennen sie aus der Kindheit – von der Oma, aus dem Nachbarhaus, vom Urlaub.
Dass Geranien so häufig gepflanzt werden, liegt nicht an Nostalgie, sondern an ihren Eigenschaften: langlebig, pflegeleicht, zuverlässig. Eine Garten-Tradition, die sich gut weitergeben lässt.
➡️ Kennst du die Geschichte, wie die Geranie nach Europa kam?
🧒 Und ab welchem Alter klappt das?
Sobald Kinder eine kleine Gießkanne tragen können, sind sie dabei. Beim Erde einfüllen, Pflanze einsetzen, täglich nachsehen, ob sich etwas tut – das geht schon im Vorschulalter. Wichtig ist nur: keine zu großen Projekte. Ein Topf oder Kasten pro Kind reicht völlig. Zwei Pflanzgefäße sind schon ehrgeizig.
🌱 Schritt für Schritt: So pflanzt ihr eine Geranie

Das braucht ihr:
• Topf mit Abzugsloch, mindestens 20 cm Durchmesser und 18 cm hoch
• Blähton oder Kies als Drainage
• gute Balkon- oder Geranienerde
• eine kräftige Geranie
• Eimer mit Wasser
• Gießkanne mit Wasser
• optional: Langzeitdünger
So geht’s:
- Topf vorbereiten:
Blähton oder Kies etwa 2–3 cm hoch in den Boden des Topfes geben. - Erde einfüllen:
Den Topf zu etwa zwei Dritteln mit Erde füllen. Optional Langzeitdünger einsetzen: Wenn ihr Langzeitdünger-Stäbchen verwendet, steckt ihr sie nach dem Eintopfen der Geranien nach Packungsangabe in die Erde. Den Langzeitdünger, der als Granulat verkauft wird, mischt ihr vor dem Eintopfen in die Geranienerde. - Wurzelballen wässern:
Die Geranie mit ihrem Pflanztopf in Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann vorsichtig aus dem Pflanztopf lösen. Tipp: Von unten leicht gegen den Topfboden drücken, dann kommt sie besser raus. - Einsetzen & Erde auffüllen:
Pflanze mittig in den vorbereiteten Topf setzen. Erde ringsherum bis knapp unter den Topfrand auffüllen, leicht andrücken, aber nicht zu fest. - Angießen:
Die Erde rund um die Pflanze gut wässern, bis das Wasser unten wieder rausläuft. - Geranie an ihren Platz stellen:
Am besten ist ein sonniger Ort mit mindestens 4 bis 6 Stunden Sonne täglich. Geranien kommen erst nach den Eisheiligen nach draußen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
🎨 Bunte Vielfalt: Welche Farbe darf’s sein?
Rot, Rosa, Pink, Apricot, Lila, Weiß, zwei- oder mehrfarbig – die Auswahl ist riesig. Und gerade für Kinder macht das einen Unterschied: Die Farbe, die sie selbst ausgesucht haben, bekommt einen Ehrenplatz.
Wer nach den ersten Erfolgen mit Geranien noch weitergehen möchte, kann gemeinsam mit Kindern auch Saatgut ausprobieren. Keimlinge aus Samen zu ziehen ist spannend, braucht aber mehr Geduld und Aufmerksamkeit. Als Ergänzung eignen sich schnell keimende Samen wie Kresse, Radieschen oder Erbsen, während die Geranie weiterhin zuverlässig blüht.
Kleiner Topf, große Wirkung – nachhaltig gärtnern
Wer mit Kindern gärtnert, kann dabei auch über Nachhaltigkeit sprechen: Warum wir auf torffreie Erde setzen sollten. Warum wir Pflanztöpfe wiederverwenden. Warum wir mit Regenwasser gießen. Schon kleine Entscheidungen zeigen Kindern, dass Gärtnern nicht nur Freude macht, sondern auch gut für die Umwelt sein kann.
➡️ Warum torffreie Erde besser für Klima und Natur ist
✅ Geranien richtig pflegen kinderleicht erklärt

💧 Gießen:
• Regelmäßig, aber nicht zu viel.
• Morgens ist ideal. An heißen Tagen auch morgens und abends.
• Erde darf oben antrocknen, sollte darunter aber feucht bleiben.
• Staunässe macht die Wurzeln kaputt.
🌞 Standort:
• Sonnig! Mindestens 4–6 Stunden Sonne täglich.
• Mehr Sonne = mehr Blüten.
🌿 Düngen:
• Bei Erde ohne Langzeitdünger nach 4 Wochen mit dem Düngen starten.
• Wöchentlich Flüssigdünger nach Packungsangabe geben.
• Langzeitdünger reicht fast die ganze Saison. Sollte die Blühfreude im Spätsommer nachlassen, mit flüssigem Dünger nachdüngen.
✂️ Verwelktes entfernen:
• Verwelkte Blüten regelmäßig entfernen, damit die Pflanze neue Blüten bilden kann.
• Dazu die vertrocknete Blüte samt kleinem Stiel mit zwei Fingern vorsichtig abknipsen.
• Sieht sofort ordentlicher aus.
💡 Noch mehr Tipps gefällig?
➡️ Jetzt entdecken und zum Geranien-Experten werden: Im Geranien-Pflegeguide findest du alles, was du wissen musst – von der Auswahl über das Gießen bis zum Überwintern!
Kleine Garten-Forscher: Wie trinken Pflanzen eigentlich?
Wenn du gießt, siehst du es nicht gleich – aber die Geranie saugt das Wasser aus der Erde über ihre Wurzeln nach oben. Es wandert durch dünne „Röhrchen“ in Stängel und Blätter. Oben verdunstet das Wasser wieder – fast wie beim Kochen. Das ist einer der elementaren Lebensprozesse. So kannst du ihn sichtbar machen:
🧪 Mini-Experiment
Ein Stück möglichst hellen Stangensellerie unten frisch abschneiden (Blätter oben dranlassen) und die Stängel in mit Lebensmittelfarbe gefärbtes Wasser stellen. Nach einigen Stunden (oder über Nacht) zeigen sich farbige Linien. Wer möchte, kann den Sellerie der Länge nach aufschneiden, um die gefärbten Leitbahnen noch besser zu sehen.
🍓 Geranien & Co: Pflanzen, die auch schmecken
Noch spannender wird’s, wenn zwischen den Geranien ein paar Erdbeeren, Balkontomaten oder Kräuter wachsen. So wird der kleine Balkongarten gleich zum Naschgarten. Viele dieser Pflanzen ziehen zudem Bienen und Hummeln an und machen den Kindern Lust aufs Beobachten: Wer summt denn da?
🔍 Pflanzen-Bauteile entdecken: Was ist was?
Deine Kinder können ein Bild ihrer Geranie malen und die Teile benennen. Oder ihr bastelt gemeinsam ein Pflanzenpuzzle.
• Wurzel – unter der Erde, zum Trinken
• Stängel – hält Blätter und Blüten fest
• Blätter – brauchen Sonne, machen Nahrung
• Blüte – ist bunt, lockt Insekten an
👃 Duft zum Entdecken: Die Geranie kann noch mehr

Nicht alle Geranien riechen gleich. Manche Sorten von Duftgeranien duften nach Zitrone, andere nach Cola oder Rose. Und manche davon sind sogar essbar, vorausgesetzt, sie stammen aus Bioanbau. Ein paar Blätter im Sprudel oder im Kuchenteig? Das probieren Kinder gern mal aus.
Ein paar Töpfe mit verschiedenen Arten auf der Fensterbank reichen schon für einen kleinen Duftgarten. Und wer mag, kann gemeinsam ausprobieren, wie die einzelnen Sorten riechen. Augen zu und raten!
🖌️ Bastelidee: Vasen, die richtig was hermachen

Wer sagt, dass Vasen immer aus dem Laden kommen müssen? Aus alten Gläsern oder Bechern lassen sich mit weißer Modelliermasse und Acrylfarbe ganz einfach originelle Vasen basteln. Dafür wird die Modelliermasse zuerst mit einem Nudelholz dünn ausgerollt und in einem passenden Streifen zugeschnitten. Dann um das Glas legen, die Enden leicht andrücken – fertig ist der Mantel. Nach ein bis zwei Tagen Trocknen kann die Oberfläche bunt bemalt werden. Eine Schicht Klarlack sorgt für extra Glanz. Tipp: Mit einer Papierschablone vorher testen, wie groß der Streifen für das Gefäß sein muss.

Oder lieber mal was ganz anderes? Besprühte Rohrstücke aus Kunststoff (z. B. Abflussrohre aus dem Baumarkt) lassen sich mit wetterfester Farbe in moderne, bunte Überzüge verwandeln. Einfach ein Stück Rohr zuschneiden, nach Belieben ansprühen und über eine Glasvase stülpen. Tipp: Besonders spannend wirkt’s, wenn mehrere unterschiedlich hohe oder breite Rohrstücke nebeneinander stehen – am besten in verschiedenen Farben.

🎨 Lust auf noch mehr kreative Ideen?
➡️ Jetzt inspirieren lassen! In unserem Deko-Bereich findest du viele einfache Bastelprojekte rund um Geranien – ideal für Kinder, Familien und alle, die gerne gestalten.
Zum Schluss: Keine Perfektion nötig
Gärtnern mit Kindern muss nicht perfekt sein, genauso wie nicht jeder Tag sonnig ist. Wichtig ist, dass man es gemeinsam macht. Dass man zusammen in der Erde wühlt, gießt, beobachtet. Und sich freut, wenn etwas wächst. Ein Topf, eine Geranie, ein bisschen Erde, Wasser und ein paar Wochen Sommer – mehr braucht’s nicht für ein kleines Gartenabenteuer.
Übrigens: Geranien kommen erst nach den Eisheiligen nach draußen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
In Kürze: Fragen zum Gärtnern mit Kindern

Sind Geranien für Kinder geeignet?
Ja, Geranien sind besonders gut für Kinder geeignet. Sie verzeihen Gießfehler, wachsen schnell und blühen zuverlässig. Das motiviert und sorgt für sichtbare Erfolgserlebnisse.
Ab welchem Alter kann man mit Kindern gärtnern?
Schon Vorschulkinder können einfache Aufgaben übernehmen: Erde einfüllen, gießen, Blätter beobachten. Wichtig ist, dass die Projekte klein und überschaubar sind.
Welche Pflanzen sind für Kinder besonders geeignet?
Pflegeleichte Pflanzen wie Geranien, Erdbeeren, Minze oder kleine Balkontomaten sind ideal zum Gärtnern mit Kindern. Sie wachsen schnell, verzeihen kleine Fehler und bieten sichtbare Erfolge oder sogar etwas zum Naschen.
Sind Microgreens, Keimlinge oder Gemüse eine Alternative zu Geranien?
Microgreens (junge Keimlinge von Gemüse, die sehr früh geernet und gegessen werden), Sprossen oder Gemüsepflanzen wie Kürbis, Paprika, Möhre oder Gurke können spannende Ergänzungen sein. Sie sind aber oft empfindlicher oder brauchen mehr Aufmerksamkeit (Aussaat). Für den Einstieg ins Gärtnern mit Kindern sind Geranien meist einfacher. Andere Pflanzen für die Ernte können später in einem anderen Gartenprojekt dazukommen.
Geht Gärtnern mit Kindern auch ohne Garten?
Ja, ein Balkonkasten, ein Pflanztopf auf der Terrasse oder sogar ein Fensterbrett (Pflanzgefäß ausreichend sichern!) reichen völlig aus. Entscheidend ist der richtige Standort mit genug Sonne.
Was lernen Kinder beim Gärtnern?
Sie lernen Verantwortung, Geduld und bekommen ein Gefühl für Natur und Jahreszeiten. Außerdem macht es ihnen Spaß – vor allem, wenn sie selbst entscheiden und gestalten dürfen.
Wie viel Zeit braucht Gärtnern mit Kindern?
Gärtnern mit Kindern muss kein großes Projekt sein. Oft reichen wenige Minuten am Tag: gießen, nachsehen, ob sich etwas verändert hat, vielleicht ein verwelktes Blatt entfernen. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht die Dauer.


